Was man aber als absolutes Problem ansehen muß ist die Lage der Halle und die damit verbundenen Parkplatzprobleme im Januar. Da inzwischen die Wintersportsaison begonnen hatte und die Eispsporthalle direkt neben der Talstation der Nebelhornbahn liegt, grenzte es jedesmal an reines Glück, mittags in der Nähe der Halle einen Parkplatz zu finden.
Die Versorgung mit Vorabinformationen im Internet bei der DEU war wieder vorbildlich. Neben Zeitplan und Starterlisten gab es sogar einen Vorab-Pressebericht, anhand dessen man sich ganz gut orientieren konnte, wer denn für die vorderen Plätze in Frage kommen sollte. Einige der dort genannten Teilnehmer kannte ich schon aus der seltenen Berichterstattung im Fernsehen. Die Ergebnisse gab es auf der DEU-Seite auch jeweils am Wettkampfabend.
Die Veranstaltung schien diesmal etwas "professioneller" organisiert zu sein (was nicht heißt, daß es bei der DNM unprofessionell zugegangen wäre). Das fing schon damit an, daß man richtige Eintrittskarten brauchte. Diese waren aber mit 25,- für alle drei Tage immer noch im preislichen Rahmen und etwa so teuer wie bei "normalen" Deutschen Meisterschaften im Kunstturnen. Die unverschämte Preisgestaltung beim Turnfest (Mehrkampf kostenlos, Gerätefinals zweimal 18,- Euro an einem Tag) einmal ausgenommen.
Das Zuschauerinteresse war doch erheblich größer als bei der DNM. Das wird sicherlich nicht an der diesmal wärmeren Halle gelegen haben :-) (es war draußen schlicht und ergreifen gut 10°C wärmer als im Dezember).
Zu den Wettkämpfen werde ich aus sportlicher Sicht wieder nichts sagen. Da ich die Wertungssysteme nicht kenne blieb für mich von vorneherein wieder nur die Einschätzung per Gefühl.
Was mir aber von Anfang an sehr negativ aufgefallen ist, ist das neue Scoresystem zur Bewertung. Es wird nicht mehr auf der Skala bis 6.0 gewertet, sonder wohl auf einer nach oben offenen Skala (bei den Einzelläufern gab es Wertungen zwischen 10 und 100). Die Hallensprecherin hat sich zwar bei jedem Wettkampf wieder erneut bemüht, den Zuschauern eine kleine Erklärung zu liefern, genützt hat es aber zumindest bei mir nicht viel.
Das größte Problem war dabei noch nicht einmal das neue und wohl auch für die Wertungsrichter erheblich kompliziertere System ansich (die Wertungen haben zum Teil sehr lange gedauert, das ging bei der DNM mit dem alten 6.0-System erheblich schneller). Es gibt immer noch zwei Wertungen, die man wohl grob mit den alten A und B-Wertungen (Technik und Ausdruck, oder so ähnlich) vergleichen kann.
Mir fehlte einfach irgendein Bezugspunkt, um auch die ersten Wertungen einordnen zu können. Vieleicht ergibt sich das ja irgnedwann, wenn man ein paar Wettkämpfe als Zuschauer erlebt hat. Aber bei mir hat es immer bis mind. zur Hälft jedes Wettkampfes gedauert, bis ich auch nur ansatzweise ein Gefühl dafür hatte, wer wie gut bewertet wurde (nach der Anzeige der Punkte). Selber die Punkte oder auch nur den groben Bereich zu "erraten" war dann für mich ganz unmöglich.
Dazu kommt noch, daß man von den Wertungen der einzelnen Kampfrichter nichts mehr erfährt. Früher wurde alle Einzelwertungen verkündet, so daß man auch recht schön sehen konnte, wie einig (oder uneinig) sich die Kampfrichter waren. Jetzt gibt es nur noch genau zwei Gesamtpunktzahlen.
Aus fotografischer Sicht war wieder alles beim Alten. Es herrschten die gleichen Lichtverhältnisse wie bei der DNM. Da aber diesmal beide langen Banden belegt waren (eine mit dem Kampfgericht, die andere von der Presse), habe ich ganz normal von der Tribüne aus fotografiert. Wobei man sagen muß, daß die Tribünen in Oberstdorf für diesen Zweck hervorragend sind. Der Höhenunterschied zwischen den Reihen ist so groß, daß man ohne Probleme selbst über einen größeren Vordermann hinweg fotografieren kann.
Immer wieder "gerne" gehört waren in diesem Zusammenhang die Ansagen der Hallensprecherin mit der Aufforderung, nur ohne Blitz zu fotografieren. Aus Sicht der Aktiven mehr als verständlich und mich ärgern solche Leute auch immer maßlos (egal, ob beim Turnen oder beim Eiskunstlaufen). Einzig die Begründung, daß Fernsehbeleuchtung eingeschaltet sei und das das Licht deshalb auch zum fotografieren ohne Blitz reichen müsse, zeigt, daß noch niemand die Hallensprecherin darüber aufgeklärt hat, wie es wirklich ist.
TV-Kameras benötigen auch für gute Aufnahmen erheblich weniger Licht als jeder Fotoapparat. Unter anderem deshalb sind sie ja so groß und schwer. Einzig Spiegelreflex-Kameras können da noch ansatzweise mithalten, wenn man ihnen denn lichtstarke (und damit recht teure) Objektive spendiert. Das war ja auch wieder sehr schön an den diesmal doch zahlreicher vorhandenen Profis zu sehen.
Ich möchte mal ernsthaft bezeifeln, daß man bei dem Licht mit irgendeiner Kompaktkamera brauchbare Bilder während des Wettkampfes machen kann. Ohne Blitz rauschen die meisten Kameras bei den Lichtverhältnissen so schrecklich, daß die Bilder in meinen Augen für nichts zu gebrauchen sind. Oder alternativ werden die Belichtungszeiten so lang, daß alles verwischt ist. Und die Miniblitze reichen allenfalls dann, wenn man direkt neben der Bande steht und der Läufer gerade an einem vorbeikommt. Aber niemals aus einer Entfernung von 10-20m.
Aber zurück zur Veranstaltung. Obwohl ich mich zu Beginn eigentlich nur für die Damen- und Herrenwettwämpfe interessierte, war es doch ganz interessant, die übrigen Wettkämpfe ebenfalls zu verfolgen. Das habe ich dann auch die ersten zwei Tage lang getan. Am dritten Tag standen noch die Kür der Herren, beim Eistanz, im Synchroneiskunstlaufen sowie das Schaulaufen an.
Nachdem ich aber auf meiner 3-Tages Karte gelesen hatte, daß ich für das Schaulaufen nochmal getrennt Eintritt zahlen müsse, und mich von den Wettkämpfen eigentlich nur noch die Kür der Herren interessiert hätte, bin ich zu Hause geblieben. Dafür war mir der Zeit- und auch Kostenaufwand einfach zu hoch.