Meine Eindrücke vom Bundesligafinale 2001 in Dortmund (23.06.2001)

Die Bundesliga-Vorrunde anfang Juni in Schorndorf konnte das Turnteam Toyota Köln mit über vier Punkten Vorsprung zum TV Baumbach für sich entscheiden. Und dabei mußte Köln aus Verletzungsgründen auf Lisa Brüggemann verzichten.

Beim Bundesligafinale am 23.06.2001 in Schorndorf konnte Lisa Brüggemann wieder an zwei Geräten starten (Stufenbarren und Schwebebalken). Obwohl sie beim Einturnen am Barren nicht unbedingt sehr stabil aussah ging ich trotzdem von einem Sieg für Köln aus. Dagmar Fehrenschild konnte für Baumbach, ebenfalls verletzungsbedingt, nur am Barren und Balken antreten.


Ersten Rotation

Birgit Schweigert Dagmar Fehrenschild

Nach dem ersten Gerät (Sprung für Köln, Barren für Baumbach) lag Baumbach knapp vorne. Dagmar Fehrenschild hat eine sehr schöne und saubere Übung geturnt (9.250), ebenso Olga Roschupkina (9.250). Gabi Wellers Übung war ebenfalls mehr oder weniger fehlerlos (8.750), nur Yvonne Musik und Ramona Scherer hatten jeweils einen Abgang.


Zweiten Rotation

Dagmar Fehrenschild Gabi Weller Olga Roschupkina
Yvonne Musik Linnea Schöpfs

In der zweiten Rotation ging es dann aber für Köln rund :) Am Stufenbarren gab es drei Wertungen über 9.250 (Brüggemann 9.250, Chusovitina 9.550, Schweigert 9.600), und auch Linnea Schöpfs hatte eine sehr saubere Übung mit 8.6. Baumbach dagegen mußte an den Schwebebalken, der ihnen wohl garnicht lag. Dagmar Fehrenschild konnte sich mit Mühe und Not beim Aufgang und am Ende ihrer ersten Akro-Bahn oben halten, hat dann aber unbeeindruckt ohne Fehler durchgeturnt (8.150). Gabi Weller turnte jetzt auch am Balken (an den sie bei der Vorrunde nicht antrat) und bekam für ihre Übung (ohne Abgang aber mit einigen Wacklern 8.275), Olga Roschupkina bekam als einzige aus Baumbach eine 9 vor dem Komma. Da Yvonna Musik 3 Abängen hatte gingen die 7.3 von Ramona in die Wertung mit ein und Köln führte plötzlich mit 2.5 Punkten.


Dritte Rotation

Lisa Brüggemann Oksana Chusovitina
Olga Roschupkina Yvonne Musik

In der dritten Rotation sah es dann für Baumbach auch nicht besser aus. In Schorndorf waren sie am Boden schon nicht sehr stark, so daß in diesem Durchgang eigentlich "nur" Yvonne Musik (8.250) und Olga Roschupkina (9.000) Wertungsmäßig mit Köln mithalten konnten. Diese waren am Balken sehr stark (ok, eine Menge Wackler waren dabei). Chusovitina erhielt trotz Sturz bei ihrem Aufgang noch eine 8.950, Brüggemann (9.0) und Schweigert (9.3) ohne Abgang vom Gerät Wertungen über 9 und Schöpfs, ebenfalls ohne Abgang, als Streichnote noch eine 8.475.

Jetzt war der Vorsprung für Köln so groß (5.5 Punkte), daß sich die Hallensprecherin gar nicht mehr traute, die Zahlen zu nennen :). Dank mitrechnender kölner Eltern war aber sogar ich diesmal darüber informiert :-)


Vierte Rotation

Birgit Schweigert Claudia Janssen Oksana Chusovitina
Olga Roschupkina

Am vierten Gerät konnte für Köln also eigentlich nichts mehr anbrennen, vor allem, da Köln am Boden turnte. Hier gab es dann einen kleinen Disput zwischen Frau Swetlana Kusnetzowa (Chusoitinas Trainerinn) und dem Kampfgericht. Nach einer für meine Begriffe sauberen und sehr schönen Übung gab es nur eine 9.125 für Oksana. Sie bekam wohl eines ihrer D-Elemente nicht anerkannt. Sowiso schienen wir die Wertungen am Boden im Vergleich zu den restlichen Bewertungen recht niedrig zu sein. Wie gesagt, nicht nur das Publikum war am Pfeifen, auch Frau Kusnetzowa sprach längere Zeit mit dem Kampfgericht (geändert hat es aber nichts). Köln hat insgesamt, da ihnen der Sieg faktisch nicht mehr zu nehmen war, nur vier Übungen gezeigt (Jansen und Schöpfs jeweis mit einem Sturz, Schweigert ging auf nummer Sicher und hat ihre letzte Akrobahn mit einem einfachn Strecksalto abgeschlossen, Wertung 8.650).

Baumbach war am Sprung, daher kann ich dazu nichts sagen (s.u.).


Conny Schütz Conny Schütz Nicole Grützge
Anja Koch

Die TuG Leipzig war insgesamt leicht besser als in Schorndorf und ist verdient dritte geworden. Besonders Conny Schütz hat alle ihre Übungen durchgeturnt und wurde damit auch viertbeste in der Einzelwertung.

Berlin war diesmal schwach. Einer der wenigen Lichtblicke war Anja Koch am Balken (8.750). Ansonsten schienen mir die Berlinerinnen etwas "glanzlos" zu sein. Sie mußten aber auch ohne Gritt Hofmann und Katja Abel antreten, die bereits in der Vorrunde fehlten (Katja Abel war nicht einmal für die Vorrunde gemeldet :( ).

Insgesamt fand ich den Wettkampf sehr schön. Die Halle war zwar für die "Zuschauermassen" am Samstag Abend etwas klein, aber zum filmen war sie sehr gut. Im Vergleich zu Schorndorf hatten wir Sonnenlicht, das über den Zuschauern in die Halle fiel. Ob das die Turnerinnen am Boden irritiert hat (sah manchmal fast so aus) kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall war das Licherspiel sowohl am Boden, wie auch am Balken schön anzusehen. Und sehr hell wurde die Halle dadurch auch noch.

Die Organisation des Finales hat mir auch gefallen. Nach zwei Geräten Anlaufzeit hatte auch die Sprecherin mitbekommen, daß wir nicht schon um 8 Uhr die Siegerehrung machen wollten und lies deshalb alle Turnerinnen hintereinander starten :) Endlich mal die Chance, fast alle Übungen zu verfolgen (bis auf den zweiten Sprung). Und auch die Wertungen bliegen (auf den immer noch beliebten manuellen Anzeigetagfeln) ausnahmsweise mal länger stehen.

Zu den anderen Wettkämpfen will ich nicht allzuviel schreiben, nur so viel: Koblenz mit ausschließlich jungen Turnerinnen (AK 13 und 14) sind als dritte in die zweite Liga aufgestiegen. Sie haben mir sehr gut gefallen. Für AK13 waren sie schon sehr sicher mit ihren Übungen.

Die KTV Westfalen hat, auch verletzungsbedingt (mit Janina Jeworutzki und Daria Bijak fielen ausgerechnet zwei Leitungsträger aus), den Klassenerhalt nicht geschafft. Ich glaube, am Balken und Barren hat keine einzige Turnerin durchgeturnt. Dagegen war Frankfurt sehr stark, und das nicht nur dank Jana Komrskova. Mit ihrem Ergebnis von 128.425 wären sie am Samstag sogar dritte geworden, falls beide Wettkämpfe gleich bewertet wurdern.

Apropos Bewertungen. In der Bundesliga wird nach modifiziertem Code geturnt, d.h. jedes bonifizierte Element (D, E, superE) erhält 0.1 Punkte Zusatzbonus. Dadurch sind auch die zum Teil sehr hohen Ausgangswerte am Barren zu erklären. Im Vorkampf hatten hier vier Turnerinnen einen AW von 10.0.

Edita Schaufler sollte wohl bei der Siegerehrung am Sonntag mithelfen, wußte aber anscheinend nicht so ganz, was sie wirklich tun sollte. So stand sie meist etwas verlassen in der Ecke und ließ die anderen die "Arbeit" machen.

1. Bundesliga: Bilder Seite 1

1. Bundesliga: Mannschaftsergebnisse

Aufstieg 1. Bundesliga: Mannschaftsergebnisse


Zurück zur Bilderseite

Zurück zur Homepage


Copyright: Alle auf dieser Homepage gezeigten Bilder und Videos sind ©1999/2009 Bernhard Schwall, urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne Zustimmung des Autors nicht veröffentlicht werden.

Autor:  Bernhard Schwall

letzte Änderung: 03.09.2002